3 Führt eine unglückliche Ehe zu einem höheren Erkrankungsrisiko? Die überraschende Verbindung zwischen Körper, Geist und Ehe
3 Führt eine unglückliche Ehe zu einem höheren Erkrankungsrisiko? Die überraschende Verbindung zwischen Körper, Geist und Ehe
Manchmal hört man den Scherz, dass “die Ehe das Grab des Lebens ist”, aber wenn diese Ehe unglücklich ist, ist das vielleicht mehr als nur ein Scherz. Die Forschung des Psychologen Dr. John Gottman hat wissenschaftlich belegt, dass die eheliche Beziehung einen direkten Einfluss nicht nur auf unseren Geist, sondern auch auf unsere körperliche Gesundheit und sogar unsere Lebenserwartung hat.
In diesem Artikel werden wir auf der Grundlage von Dr. Gottmans Forschung die überraschende Verbindung zwischen ehelichen Beziehungen und Gesundheit aus psychologischer Sicht untersuchen.
Verkürzt ehelicher Stress die Lebenserwartung?
Obwohl man sagt, “selbst ein Hund frisst keinen Ehestreit” (was bedeutet, dass man sich heraushalten sollte), zeigen wissenschaftliche Daten, dass negative Beziehungen zwischen Paaren eine ernsthafte Stressquelle sind, die Körper und Geist zermürbt.
Laut den Forschern der University of Michigan, Lois Verbrugge und James House, erkranken Menschen in unglücklichen Ehen etwa 35 % häufiger und haben eine um durchschnittlich 4 bis 8 Jahre verkürzte Lebenserwartung im Vergleich zu denen, die dies nicht sind.
Warum hat das so enorme Auswirkungen?
Dr. Gottman erklärt den Mechanismus als einen Zustand der “chronischen, diffusen physiologischen Erregung”. Dies ist ein Zustand, in dem der Körper ständig angespannt und Stress ausgesetzt ist.
〇 Der Körper eines glücklichen Paares
Entspannt, mit normaler Stresshormonausschüttung. Die Herzfrequenz ist stabil.
× Der Körper eines zerstrittenen Paares
Ständig im Kampfmodus (Kampf-oder-Flucht-Reaktion). Adrenalin wird kontinuierlich ausgeschüttet, die Herzfrequenz steigt und der Blutdruck bleibt hoch.
Ein solcher chronischer Stresszustand erhöht nicht nur das Risiko für körperliche Erkrankungen wie Herzkrankheiten und Bluthochdruck, sondern auch für psychische Probleme wie Angststörungen, Depressionen und Alkoholabhängigkeit.
Auswirkungen auf Kinder
Diese negativen Auswirkungen beschränken sich nicht auf das Paar. In Dr. Gottmans eigener Forschung wurde bestätigt, dass Vorschulkinder, die in Familien aufwachsen, in denen die Eltern eine feindselige Beziehung haben, chronisch hohe Werte an Stresshormonen aufweisen. Und als diese Kinder bis zum Alter von 15 Jahren nachbeobachtet wurden, hatten sie mit viel mehr Schwierigkeiten zu kämpfen als andere Kinder, wie Schulschwänzen, Depressionen, Verhaltensproblemen wie Aggression und schlechten schulischen Leistungen.
Viele Menschen bleiben “um der Kinder willen” in unglücklichen Ehen, aber Dr. Gottman weist darauf hin, dass “eine friedliche Scheidung für Kinder weitaus gesünder ist”, als ihnen weiterhin endlose Ehekonflikte vorzuleben.
Eine glückliche Ehe ist das stärkste Gesundheitspräparat
Auf der anderen Seite ist eine glückliche Ehe der beste Verbündete unserer Gesundheit. Glückliche Paare leben nicht nur länger, sondern führen auch ein gesünderes Leben. Der Schlüssel liegt im “Immunsystem”.
In Dr. Gottmans “Love Lab” wurde ein Experiment durchgeführt, um zu sehen, wie sich die Ehezufriedenheit auf die Immunfunktion auswirkt. Den Probandenpaaren wurden Blutproben entnommen, um die Reaktion der weißen Blutkörperchen auf äußere Eindringlinge (wie Viren und Bakterien) zu testen.
Die Ergebnisse waren überraschend.
Paare, die mit ihrer Ehe sehr zufrieden waren, zeigten aktivere weiße Blutkörperchen und eine höhere Immunfunktion im Vergleich zu denen, die dies nicht waren. Mit anderen Worten, eine glückliche Ehe kann die Fähigkeit des Körpers verbessern, sich vor Erkältungen, Infektionskrankheiten und sogar Krebs zu schützen.
Darüber hinaus haben Forschungen der Psychologen Janice Kiecolt-Glaser und Ron Glaser ergeben, dass je zufriedener Menschen mit ihrer Ehe sind, desto aktiver sind ihre “natürlichen Killerzellen” – die Krebszellen und virusinfizierte Zellen im Körper zerstören.
Dr. Gottman kommentiert diese Ergebnisse:
“Wenn ein Fitnessbegeisterter nur 10 % seiner Trainingszeit (z. B. 20 Minuten am Tag) darauf verwenden würde, seine eheliche Beziehung zu verbessern, anstatt seinen Körper zu trainieren, würde er den dreifachen gesundheitlichen Nutzen des Trainings erhalten.”
Die Pflege der ehelichen Beziehung ist nicht nur geistige Befriedigung; sie ist auch die beste Gesundheitsmethode.
Eine gute eheliche Beziehung ist ein mächtiges Schild, das den täglichen Stress lindert und Körper und Geist schützt. Es könnte der zugänglichste und effektivste Weg sein, unser Leben reicher und gesünder zu machen, als teure Nahrungsergänzungsmittel oder strenges Training.
John M. Gottman, Ph.D., and Nan Silver. The Seven Principles for Making Marriage Work. Harmony Books, 2015, pp. 14-15.
Geändert am: 10. Jan. 2026